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Mrz
08
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Lange Zeit dachte ich, dass man um Meisterschaft und Genialität zu erreichen, viel Einsatz zeigen muss, in dem man sehr viel tut und sich sehr anstrengt.
Doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Es stimmt zwar, dass wir, um sehr gut z. B. in einer Sportart zu werden, sehr viel und intensiv trainieren müssen.
Doch das alleine reicht nicht aus. Wir müssen nicht nur intensiv trainieren. Wir müssen uns auch genauso intensiv und mit Einsatz durch Ruhephasen erholen und entspannen können. Sich einseitig anzustrengen ohne sich zu erholen ist langfristig schädlich für ihren Geist und Körper.
Erholung und Leistung hängen miteinander zusammen wie Ebbe und Flut. Es kann keine Ebbe ohne Flut und keine Flut ohne Ebbe geben. Haben wir nur eine schwache Ebbe, gibt es auch nur eine schwache Flut und haben wir nur eine schwache Flut, gibt es auch nur eine schwache Ebbe. Beides hängt miteinander zusammen.
Im Allgemeine glaube wir jedoch, dass wir viel leisten müssen und dass der beste Weg viel leisten zu können, darin besteht, möglichst wenig Zeit mit nebensächlichen Dingen wie z. B. der Erholung zu „vergeuden“.
Doch der Versuch, dadurch mehr leisten zu können, geht nach hinten los, was leider vielen Menschen erst nach den ersten Burn-out Symptomen richtig klar wird. Dabei beschreibt das Wort Burn-Out im Grunde sehr gut was passiert. Wir brennen ungewollt bis auf unsere Reserven aus, weil wir uns keine Zeit geben, die Batterien wieder aufzufüllen. Und sobald dann keine Energie mehr zur Verfügung steht, um noch die grundlegendsten Fähigkeiten aufrecht erhalten zu können, brechen wir zusammen.
Wenn wir aber verstehen, dass Leistung und Erholung zusammen gehören, wird uns bewusst, dass wir nur mehr leisten können, wenn wir auch unsere Fähigkeit uns zu erholen erhöhen.
Die Fähigkeit Meisterschaft und Genialität in einem Bereich zu erlangen hängt also nicht nur davon ab, unsere Fähigkeiten in diesem Bereich zu verbessern. Wir müssen auch sehr gut darin werden, unserer Energiedepots durch Erholungen und Pausen zwischen den Leistungsphasen wieder aufzufüllen und unserem Körper die Zeit zu geben, neue Kapazitäten aufzubauen, damit wir neuen Herausforderungen gewachsen sind.
Bodybuilder sind sich z.B. dessen bewusst, dass ein Muskel nicht während des Trainings wächst, sondern in den ErholungsPausen dazwischen. In den Trainingsphasen, in den wir uns anstrengen und an unsere Grenzen gehen, werden Signale an das Gehirn gesendet, dass die Muskelkraft nicht ausreicht, um die gegenwärtige Herausforderung zu meistern und das deswegen neue Muskelmasse aufgebaut werden muss.
Während der Leistungsphase ist es jedoch dem Körper nicht möglich, diese Muskelmasse aufzubauen. In dieser Phase arbeitet der Körper daran, den Muskel optimal mit allen Mitteln zu versorgen, die er braucht, damit er seine Aufgabe erfüllen kann. Dies gelingt dem Körper jedoch nur bis zu einem gewissen Grad (im Sportbereich als Kondition bezeichnet.) Sobald unsere Kapazitäten für eine Leistung erreicht sind, ermüden wir und müssen eine Pause einlegen. In der nun folgenden Ruhephase füllt der Körper alle Energiedepots wieder auf und entsorgt alle Stoffwechselprodukte.
Gleichzeitig werden, wenn wir uns genügend angestrengt haben, Wachstumshormone ausgeschüttet, die den Muskel anregen zu wachsen. Dabei schaltet der Körper auch auf die Versorgung des Muskels mit allen dafür benötigten Stoffen um. Deshalb kann der Muskel nur wachsen, wenn wir dem Körper Zeit zur Erholung geben, damit er den Muskel ausreichend versorgen und dadurch aufbauen kann.
Falls wir keine Erholungsphasen einlegen und weiter trainieren, wird irgendwann unsere Muskelmasse angegriffen, weil der Körper nicht ausreichend Potential gebildet hat, um den Muskel in der Leistungsphase mit Energie zu versorgen und gleichzeitig alle anfallenden Schlacken abzutransportieren. Einer dieser Effekte ist, dass wir einen Muskelkater bekommen können.
Eine Überanstrengung des Muskels ohne ausreichende Erholung führt also letztendlich dazu, dass wir Raubbau an unserem Körper treiben und unsere Fähigkeit zur Höchstleistung untergraben.
Doch auch ein zu viel an Erholung oder eine Unterforderung kann uns schaden. Wenn wir uns zu lange erholen und unsere Muskeln zu selten benutzen, geht das Signal an unser Gehirn, dass Muskelmasse abgebaut werden kann, da sie unnötig wertvolle Energie verbraucht.
Diese Vorgänge in unserem Körper sind nicht nur auf unsere Muskeln beschränkt, sondern auch unsere Gehirnleistung ist davon abhängig, wie viel wir von ihr benutzen und wie sehr wir uns danach von der Anstrengung erholen. Die Leistungs- und Erholungsphasen bedingen sich auch bei unseren mentalen Leistungen. Eine Hohe Leistungsfähigkeit ohne ausreichende Erholung und Regeneration ist undenkbar.
Leider leben wir heute in einer Leistungs- und Freizeitgesellschaft, in der Erholung und Pausen eher klein geschrieben werden und Menschen, die Pausen und Ruhephasen benötigen als Minderleister müde belächelt werden. Menschen, die jedoch viel leisten und scheinbar keine Erholung brauchen werden hingegen bewundert. Doch dabei wird oft der Preis, den diese Menschen auf langer Sicht bezahlen, nicht wahrgenommen, verschwiegen und unterschätzt.
Ich glaube, dass die meisten Menschen aufgrund der negativen Presse der Entspannung und Erholung verlernt haben, sich zu erholen und abzuschalten. Wenn wir jedoch nicht vollständig von Anstrengungen auf Pausen und Erholung umschalten können, dann werden wir nicht in der Lage sein, unser volles Potential zu aktivieren und langfristig nutzen zu können. Je besser wir lernen in den Ruhephasen abzuschalten und auf Erholung umzuschalten, um so mehr werden wir danach erreichen können.
Doch seien sie sich bewusst, dass nichts tun nicht notwendigerweise bedeutet, dass sie sich gerade erholen und entspannen.
Wenn sie eine Pause machen und sich trotzdem noch mentale mit der Aufgabe beschäftigen, dann haben sie nicht wirklich auf Erholung umgeschaltet.
Auch wenn ihnen dies nicht bewusst ist, befinden sie sich immer noch in der Leistungsphase und stehen sich selbst im Weg, um Kapazitäten durch eine Erholung zur Lösung eines mentalen Kraftakts aufzubauen.
Selbst Fernsehen schauen und andere passive Aktivitäten führen nicht zur Entspannung und Erholung, während Aktivitäten wie Yoga durchaus zur Erholung und Entspannung verhelfen können. Deshalb müssen wir uns von Gedanken frei machen, dass Entspannung und Erholung etwas mit Passivität zu tun habe.
Meditation kann zum Beispiel ebenfalls zur Erholung und Regeneration genutzt werden. Doch entgegen der landläufigen Meinung ist Meditation kein passiver Zustand sondern getragen von aktiver Aufmerksamkeit, die uns entspannen und regenerieren kann. Jedoch ist Fernsehen schauen eine rein passiver Zustand, der nicht zu Regeneration und Entspannung führt, was durch Untersuchungen in der Stressforschug belegt ist.
Alle großen Sportler waren und sind sich dessen bewusst, dass Leistung und Erholung zusammen gehören. Je besser sie in der Lage sind sich zu erholen und zu entspannen, umso schneller werden sie Meisterschaft und Bestleistung erreichen.
Lernen Sie nicht nur ein Meister in ihrem Bereich zu werden, lernen sie auch ein Meister im Entspannen und Regenerieren zu werden. Kaffee, Alkohol, TV und alle anderen Ersatzbefriedigung führen nur zu einer Art Pseudo-Erholung, die sich nie auszahlt, obwohl sie immer mehr davon konsumieren.
Yoga, Schlaf, Autogenes Training, Meditation, Progressive Muskelentspannung und jegliche Art von leichter körperlicher Bewegung können Ihnen neben vielem mehr dabei helfen, sich zu regenerieren und zu erholen.
Werden Sie ein Meister darin sich zu entspannen und zu erholen und sie können Meisterschaft und Genialität in jedem anderen Bereich ihres Lebens erreichen. Machen sie sich bewusst, dass beides einander bedingt und zusammen gehört. Je besser sie sich erholen und regenerieren können, um so mehr werden sie erreichen.
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