|
Mai
07
|
Das Gehirn des Menschen ist, wie ich finde, sein interessantestes und wichtigstes Organ. Ich möchte Ihnen in diesem Artikel einige Fakten über Ihr Gehirn vorstellen.
Um sich eine Vorstellung über sein Größe zu machen, ballen Sie einfach Ihre beiden Hände zu einer Faust und legen Sie diese zusammen und sagen Sie sich: “Dies ist die Größe meines Gehirns”.
Das Gehirn von Frauen wiegt durchschnittlich 1245g und das von Männer durchschnittlich 1375g. Bevor hier einige Männer auf die Idee kommen, dass hier der Beweis liegt, dass Männer intelligenter sind als Frauen, muss ich Sie enttäuschen. Es konnte bisher kein Zusammenhang zwischen Gehirnmasse und Intelligenz festgestellt werden.
Würden wir die Gehirnmasse des Menschen mit der eines Pottwals (Gehirnmasse: ca. 10 kg) vergleichen, würden wir alle den kürzeren ziehen. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass Pottwale intelligenter sind als Menschen (…zumindest nicht als die meisten Menschen)
Obwohl das Gehirn im Durchschnitt nur 2% der Körpermasse ausmacht, ist es das Organ das im Vergleich zu seiner Masse den höchsten Sauerstoff und Energiebedarf hat. Pro Minute fließen durch das Gehirn 20% des Blutvolumens. Dabei verbraucht das Gehirn ca. 50% der im Blut freigesetzten Glukose und 20% des zur Verfügung stehenden Sauerstoffs, während z.B. Schimpansen und Gorillas etwa nur acht bis zehn Prozent ihrer Energie an das Gehirn abgeben.
Es wurden Vergleiche angestellt zwischen der Rechenleistung des Gehirn und der Rechenleistung der besten Supercomputer. Auch heute noch kann das Gehirn mit den besten Supercomputern mithalten.
Man geht heute davon aus, dass das Gehirn 1013 bis 1016 analoge Rechenoperationen pro Sekunde bei etwas 15-20 Watt chemischer Leistung schafft, wobei z.B. der Supercomputer Blue Gene von IBM bei bis zu 3,6·1014 Gleitkommaoperationen pro Sekunde einen Energiebedarf von 1,2 Megawatt hat.
Raten Sie mal welche Speicherkapazität Ihr Gehirn hat?
Kaufen Sie sich 100 ein Terabyte Festplatten und stellen Sie sich diese in ihrer Wohnung Reihe für Reihe gestapelt in Ihrer Wohnung auf, dann haben sie eine Vorstellung der geschätzten Speicherkapazität des Gehirns.
Und alle diese Speicherkapazität und Rechenleistung des Gehirns wird durch ca. 100 Milliarden Neuronen ermöglicht. Jeder Menschen besitzt damit das ca. 170fach der Erdbevölkerung als Neuronen in seinem Gehirn. Um eine Vorstellung über diese Zahl zu bekommen, stellen Sie sich einfach vor, Sie würden sich einen Turm aus 100 Milliarden DIN A4 Blätter aufbauen. Der Turm hätte am Ende eine Längen von ca. 8000 km.
Die Neuronen im Gehirn arbeiten jedoch nicht für sich allein und können über Synapsen mit bis zu 1000 weiteren Neuronen verbunden sein, was eine mögliche Gesamtanzahl von 100 Billionen Synapsen im Gehirn bedeutet. Damit übersteigt die Anzahl der Synapsen in unserem Gehirn die Anzahl aller Atome im Universum.
Was hat das Gehirn mit der Welt zu tun?
Wir nehmen die Informationen der Welt über unsere Sinne auf, doch verleihen wir Ihnen erst durch den gewaltigen Rechner in unserem Kopf Bedeutung und Sinn. Unser Gehirn nimmt all die Informationen über unsere Sinne auf und konstruiert daraus ein Abbild, ein Modell der Welt.
Wir sehen also nicht mit unseren Augen. Wir hören also nicht mit unsere Ohren. Unsere Sinne sind nur Messinstrumente, Sonden. Doch tatsächlich sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen wir mit unserem Gehirn, dass sich aus all den durch unseren Sinnen aufgenommen Informationen einen Reim macht.
Unser Gehirn bestimmt täglich, wie wir die Welt da draußen erfahren. Es nimmt alle die Information von außen auf und macht damit allen möglichen Sinn und Unsinn je nach dem ob Sie nun ein Gehirnbesitzer oder ein Gehirnbenutzer sind.
Deshalb sein Sie gewarnt. Ein gelangweiltes Gehirn ohne Steurmann macht aus den Informationen da draußen, was es von da draußen gelernt hat, damit zu tun. Sein Sie also gewarnt, wenn Sie nicht Ihr Gehirn benutzt, werden es andere tun.
Sind Sie bereit Verantwortung für Ihr Gehirn zu übernehmen? Sind Sie bereit dazu vom Gehirnbesitzer zu Gehirnbenutzer zu werden?
Sie sagen, Sie wissen nicht, wie das geht?
Richard Bandler, einer der Mitbegründer des NLP’s, hat mal wie folgt gesagt, das wir leider nicht mit einem Benutzerhandbuch des Gehirns auf die Welt kamen. Wahrscheinlich ist es wohl bei er Geburt in der Plazenta verloren gegangen.
Aber auch später hat uns niemand beigebracht, wie wir Meister unseres Gehirns werden, statt sein Sklave. Niemand hat uns gezeigt, wie wir einschränkenden Glaubenssätze entkräften können und niemand hat uns beigebracht, was die Sprache des Gehirn ist.
Also haben sich viele Menschen auf den Weg gemacht, ein Benutzerhandbuch zum Gehirn zu entwickeln und dieses Projekt wird heute von vielen Neurobiologen, Psychologen und Menschen, die Freude an ihrer eigenen Entwicklung haben, weiter verfolgt.
Ich bin mir sicher, dass vor uns noch viele Entdeckungen und Erkenntnisse liegen. Wir stehen vor einer aufregenden Zeit. Freuen wir uns darauf.
Referenzen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn
http://www.br-online.de/br-alpha/geist-und-gehirn/index.xml
Juli 25th, 2009 at 23:53
“Damit übersteigt die Anzahl der Synapsen in unserem Gehirn die Anzahl aller Atome im Universum.”
Das ist natürlich völliger Quatsch und irgendwo billig abgeschrieben, zumal auch Synapsen aus Atomen bestehen. Es muss richtig heißen: Die Anzahl der möglichen Verbindungen zwischen den Synapsen übersteigt die Zahl der Atome im Universum. Ein immeser Unterschied.
Juli 26th, 2009 at 12:02
Hallo,
danke für deinen Kommentar. Habe Ihn mir nochmal durch den Kopf gehen lassen und ich denke, dass du mit deiner Kritik richtig liegst. Was ich da unkritisch übernommen habe ist grundfalsch.
Nur glaube ich, dass auch deine Aussage, zumindest wie ich sie verstehe, nicht ganz richtig ist. Die Synapsen sind die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen. Synapsen gehen keine Verbindungen mit Synapsen ein, sondern sie verbinden Neuronen mit weiteren Neuronen.
Richtig müsste es meiner Meinung nach heißen: “Die Anzahl der möglichen Verbindungen aller Nevenzellen (Neuronen) untereinander über Synapsen übersteigt die Zahl der Atome im Universum.” Diese Aussage könnte durchaus richtig sein, auch wenn ich sie jetzt matematisch nicht überprüft habe.
Was meinst du?
Beste Grüße
Hüseyin
Januar 7th, 2010 at 22:20
Leider kann ich keinen von Ihnen zustimmen, da ich mich mit diesem Bereich garnicht auskenne.
Trotzdem gefällt mir dieser Artikel, da ich jetzt eine Vorstellung davon habe, wieviel mein Gehirn speichern kann.
Hierbei noch eine Frage: Wieviel kann das Gehirn eines “Geistig Behinderten” aufnehmen oder kann es genausoviel wie unser nur hat keine “Verbindungen” ? Dies kann ich mir nicht vorstellen.
Danke für diesen tollen Artikel
Ahmet
Januar 8th, 2010 at 11:21
Hey Ahmet, schön von dir zu hören (lesen) und danke für das Lob.
Wie es sich bei Menschen mit geistigen Behinderungen verhält, weiß ich leider auch nicht. Ich schätze mal, dass es hierbei auf die Art der Behinderungen kommt. Je nachdem, was genau vorliegt, kann man wahrscheinlich mehr oder weniger diesen Menschen durch ein gezieltes Training helfen, mehr aus ihrem Gehirn rauszuholen.
Es verhält sich dabei wohl ähnlich wie bei Menschen mit einem Schlaganfall bei denen ein Teil des Gehirns durch Sauerstoffmangel ausgefallen oder abgestorben ist. Früher dachte man, dass man da nicht mehr viel machen kann. Heutige Erkenntnisse zeigen, dass man durch ein intensives Training und ausgeklügelte Methoden sehr viele verlorene Fähigkeiten nach einem Schlaganfall wieder zurückholen kann und andere Bereich des Gehirns die Aufgaben des ausgefallenen Bereichs übernehmen.
Damit will ich sagen, dass man geistig behinderte Menschen und ihre Möglichkeiten nicht unterschätzen sollten und wahrscheinlich durch ein intensives Training auch diese Menschen sehr viel mehr können als wir ihnen auf den ersten Blick zutrauen. Doch wie gesagt kommt es dabei natürlich auch auf die Art der Erkrankung und Behinderung an.
Beste Grüße
Hüseyin
Januar 15th, 2010 at 13:37
Was heißt denn “Behindert”?
Kürzlich starb Kim Peek, den jeder als “geistig behindert” bezeichnen würde, er war das Vorbild für den von Dustin Hofmann gespielten “Rain Man”, ein Autist, der sein Leben lang vielfältige Hilfe im Alltag brauchte. Durch eine Anomalie im Gehirn war er aber in der Lage, Buchseiten in Sekunden zu lesen und nie wieder zu vergessen. Er hat Telefonbücher auswendig gelernt und hatte das gesamte Straßennetz der USA im Kopf…
Und nun stell die Frage nochmal…
Januar 15th, 2010 at 14:29
Hi Tom,
Geistig “behindert” bedeutet nicht zwangsläufig, dass man nichts kann. Neben Kim Peek gibt es ja auch noch andere Savants, die trotz ihrer sozialen “Behinderungen” in anderen Bereich Höchstleistung bringen können. Die Frage ist nur, kann man diesen Menschen helfen auch ihre soziale Behinderung aufzulösen. Ich habe z.B. hierbei gehört, dass manche Savants ihre exzellenten Fähigkeiten verlieren, wenn Sie an ihren sozialen Fähigkeiten arbeiten.
danke für den Hinweis.
Januar 15th, 2010 at 15:59
Hi Hueseyin,
ja, ich habe davon auch schon gehört. Den Zeitungsartikel zu Kim Peek habe ich in das Buch von Oliver Sacks gelegt, wo er diesen und andere Savants beschreibt.
In dem Zusammenhang fällt mir eine Plakataktion ein, die den Umgang mit Behinderung thematisierte, ein Spruch blieb mir besonders haften: “Behindert ist man nicht, behindert wird man” Hier wird der Blickwinkel radikal geändert: klar ist es schwierig mit einer Behinderung zu leben, aber zum guten Teil ja auch, weil die Gesellschaft nur die “Gesunden” sieht, statt eine Lebensumwelt zu schaffen, die möglichst alle Mitglieder der Gesellschaft einbezieht. Und ich meine nicht nur Rollstuhlfahrerrampen.
zu Ahmet Topal:
mit “Verbindungen” bist Du bei Kim Peek übrigens ganz nah dran: bei ihm war die Verbindung zwischen den Gehirnhälften nur sehr schwach ausgeprägt, das corpus callosum. Es besteht aus “nur” 250 Mio. Nervenfasern…
Januar 15th, 2010 at 18:12
Hallo Tom,
leider ist es so, dass wir tatsächlich die Menschen in “gesund” und “krank” unterteilen und dann oft die “Kranken” und “Behinderten” ausgrenzen. Ich glaube aber, dass eine Gesellschaft, die Verantwortung für alle ihre Mitglieder übernimmt und solidarisch ist, eine starke Gesellschaft ist und eine Gesellschaft, die nicht dazu in der Lage ist, eine schwache ist. Ausgrenzung schadet nicht nur den Ausgegrenzenten sondern allen Teilnehmer der Gesellschaft und wird besonders dann gefährlich, wenn wir uns nicht bewußt sind, dass Sie letztendlich eine Bewertung über andere Menschen ist und wir irgendwann auch in eine Kategorie fallen könnten, die jemand anders als “behindert” klassifiziert hat.
Januar 15th, 2010 at 19:31
hm, dieses Captcha finde ich garnicht toll, habe schon 2 Kommentare geschrieben, bei beidem den Code vergessen. Kannst du wenn möglich @Hüseyin diesen Captcha Feld über den Kommentartext Feld ziehen? Wäre sichtbarer (oder Math Comment Spam Protection Plugin, ist leichter einzufügen.
Danke @Tom, ich hatte es garnicht schlecht gemeint, ich wollte nur Informiert werden, da ich selber dieses Thema nicht so gut weiß. Nächstes mal werde ich ein anderes Wort finden.
Ich interpretiere das Wort “behindert” nur als “körperlich oder geistig gehindert”, man will, kann aber nicht. Da kann die Person nichts dafür machen. Deshalb gibts ja Therapien. Ich selber grenze NIE in meinem Leben Leute aus, egal warum wie und wer, denn auch ich könnte die selbe “Krankheit”, hoffe dieses Wort verstehst du nicht Falsch, bekommen.
@Hüseyin Danke für die Kommentare
Januar 15th, 2010 at 19:42
Hi Ahmet,
tut mir Leid, dass das so schlecht gelaufen ist. Das mit dem Captcha nach oben setzen ist ne gute Idee. Werde es umstellen. Ein Captcha ist ja so schon ärgerlich genug, dann soll auch nicht mehr Arbeit machen als nötig.
Danke auch noch mal für deine Kommentare und die interessante Diskussion, die du eingeleitet hast.
Gruß
Hüseyin
April 30th, 2010 at 07:12
huesseyin salam
vielen dank für die interessantendetails und zahlen zum gehirn ich habe viele fragen zum thema wie verarbeitet das wahrnehmungssystem infos,sprache bilder
wie wird sie gespeichert mit welcher überlagerten taktfreqeunz arbeitet das gehirn wie wird der infocode über die synapsen transportiert sind den neurotransmitern frequenzmodulierte wellen las textcode überlagertetc
vielen dank für eine antwort
joshua
April 30th, 2010 at 19:10
Hallo Jushua, bin leider kein Experte für derart detailierte Fragen. Vielleicht kann jemand anders helfen. Schätze mal, dass man solche Informationen in folgenden Büchern finden kann.
Das Gehirn: Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung
Neurowissenschaften – Ein grundlegendes Lehrbuch für Biologie, Medizin und Psychologie
Habe diese aber selber nicht gelesen. Sorry, dass ich nicht weiterhelfen kann.