Mai 21

Schön, dass Sie wieder hier sind! Haben Sie eigentlich schon meinen RSS feed abboniert? (Was ist RSS) Vielen Dank für Ihren Besuch auf meiner Website!

Dieser Eintrag ist Teil 2 von 2 in der Serie Emotionen und Selbstverwirklichung

Um emotionale Meisterschaft zu erlangen, müssen wir eine kristallklare Vorstellung vom dem haben, was Emotionen sind. Wenn wir mit einer unpassenden Landkarte über Emotionen versuchen uns durchs Leben zu navigieren, laufen wir Gefahr Opfer unserer Emotionen zu werden, statt sie als Diener zu nutzen.

Aus NLP/Neurosemantics-Sicht gibt es einerseits Emotionen, die uns zurückhalten weiterzugehen und andererseits Emotionen, die uns signalisieren, dass das was wir gerade machen funktioniert.

Die erste Art von Emotionen bezeichnen wir meistens als negative Emotionen und die zweiten Art als positive Emotionen. Die einen sagen uns Stopp, schau dich um. Hier stimmt was nicht, während sie uns gleichzeitig blockieren, indem sie uns die Energie nehmen, weiter zu machen. Die anderen “positiven” Emotionen bestätigen uns hingegen und liefern uns die Energie weiter zu machen.

Emotionale Intelligenz bedeutet angemessen mit diesen zwei Arten von Emotionen umgehen zu können. Unsere Emotionen sind wie die Bremse und das Gaspedal in einem Auto. Intelligent eingesetzt können Sie sehr hilfreich sein. Falsch eingesetzt können Sie uns in große Schwierigkeiten bringen.

Einige Menschen vertreten die Meinung, dass unsere Emotionen einer höheren Intelligenz als unser Verstandeskraft entspringen. Deshalb versuchen sie ihre Emotionen als Lebensberater zu nutzen. Wenn diese Menschen z. B. jemand kennen lernen, der in ihnen ein ungutes Gefühl auslöst, versuchen sie sie zu meiden. Wenn sie jemanden kennen lernen, der in ihnen ein gutes Gefühl auslöst, vertrauen sie diesen Menschen schnell.

Dies ist nicht notwendiger Weise eine schlechte Strategie, insbesondere dann wenn man eine große Menschenkenntnis hat, doch übersehen die meisten Menschen dabei etwas grundsätzliches.

Wie ich im ersten Teil dieser Serie dargelegt haben, sind Emotionen nichts anderes als gefühlte Bewertungen und diese Bewertungen basieren auf unsere inneren Landkarten, die anhand von Erfahrungen und deren Bewertungen erschaffen wurden. Viele haben jedoch die Vorstellung, dass unsere Emotionen einer höheren Macht entspringen. Im NLP/Neurosematics sehen wir dies jedoch anders. Emotionen sind die Symptome unserer Landkarten, Vorstellungen, Bewertungen und inneren Bilder und keine Quelle “höherer” Weisheit.

Wenn wir Emotionen im Bezug auf etwas haben, basieren diese Emotionen auf Informationen der Vergangenheit und unserer gegenwärtigen Bewertungen dieser Informationen. Damit ist eine Emotion ein Ausdruck unserer aktuellen Bewertung. In dem Buch Blink!: Die Macht des Moments von Malcolm Gladwell gibt uns der Author ein gutes Beispiel hierfür.

Er berichtet über Kunstexperten, die die Echtheit einer Statue beurteilen sollen. Viele der Experten finden die Statue sehr sehr schön und obwohl sie diese noch nicht ausgiebig untersucht haben, können sie innerhalb von Sekunden mit einer höhen Trefferquote beurteilen, ob ein Werk echt oder nicht echt ist. Dabei nutzen die Experten ihr Bauchgefühl.

Und dieses Bauchgefühl ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Emotionen ein Ausdruck der inneren Landkarten sind, die wir durch unsere Erfahrungen aufgebaut haben. Der Experte kann nur deshalb eine so zuverlässige Aussage basierend auf seinen Gefühlen in so kurzer Zeit treffen, weil er jahrelange Erfahrung in der Bewertung von Kunstgegenständen aufgebaut hat und dieses Wissen als innere Landkarte und Bewertungsgrundlage in seinem Gehirn gespeichert hat.

Basierend auf diesem gespeicherten Wissen kann er in sekundenschnelle mit Hilfe seines Gefühls und seines unbewusst angesammelten Wissen eine zuverlässige Aussage über die Echtheit einer Statue treffen. Emotionen können also durchaus sehr nützlich sein. Doch der Experte wäre wagemutig, wenn er sich nur auf sein Gefühl verlassen würde.

Denn eines ist klar. Seine Emotionen basieren nur auf vergangene Erfahrungen und sind deshalb nicht unfehlbar. Er wird sich aufgrund dessen auch noch bewusst mit dem Kunstgegenständ auseinander setzen, selbst wenn er am Ende doch recht behalten sollte.

Damit ist er aber auch gut beraten, denn sonst könnte ihm das gleiche Schicksal erwarten, dass den Experten blühte, die die Echtheit der gefälschten Hitlertagebücher bestätigten und damit gehörig auf die Nase fielen.

Emotionen besitzen also keine Intelligenz an sich. Sie sind “nur” Ausdruck innerer Landkarten und Bewertungsmuster, die auf Erfahrungen aus der Vergangenheit basieren. Emotionen sind damit Symptome unserer inneren Landkarten. Sie können uns unmittelbar wichtige unbewusste Informationen über unserer vergangenen Erfahrungen und unsere Bewertung liefern, doch sie können keine Vorhersage über die Zukunft treffen oder ein unfehlbares Urteil liefern.

Wenn wir unsere Emotionen für unfehlbar halten, oder meinen ihnen blind vertrauen zu können, dann laufen wir Gefahr uns einem wankelmütigen Diener anzuvertrauen, der uns eine Menge Streiche spielen kann. Doch unsere Emotionen nicht zu nutzen, wäre genauso fatal, da sie uns eine Menge darüber sagen können, was wir unbewusste gespeichert haben.

Nutzen Sie ihre Emotionen als diese hilfreichen Diener, doch machen Sie Sie nie zu Beratern, denen Sie blind vertrauen.

Wenn Sie eine Emotionen fühlen, hören Sie wie bei einem Berater aufmerksam hin und versuchen Sie herrauszufinden, was dahinter steckt, doch treffen Sie wichtige Entscheidung nicht alleine basierend auf ihren Emotionen.

Nutzen Sie die “Weisheit” ihrer Emotionen, doch überprüfen Sie immer mit dem Verstand, ob Ihrer emotionalen Bewertung in diesem Fall zu vertrauen ist.

Sie könnten sonst viel verpassen in Ihrem Leben, weil Sie sich nicht aus Ihrer emotionalen Komfortzone bewegt haben oder sie können mehr mitmachen als ihnen lieb war, weil Sie ihren Emotionen blind vertraut haben.

Je mehr Sie ihre Emotionen als Symptome innerer Bewertungen betrachten und die Bewertungen in Frage stellen und bewußt mit Ihren Verstand überprüfen, umso mehr werden Sie paradoxer Weise Ihrer emotionalen Intelligenz vertrauen können. Zwar werden ihre Emotionen weiterhin nicht unfehlbar sein, doch immer treffender ausfallen, da Sie durch Ihren Verstand Fehlbewertungen aufspüren und zukünftig vermeiden können.

Emotionale Intelligenz kann also nie alleine für sich entwickelt werden. Erst aus der Partnerschaft zwischen Herz und Gehirn entsteht eine Weisheit, die beide für sich alleine übersteigt.

Share and Enjoy:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • NewsVine
  • Reddit
  • StumbleUpon
  • YahooMyWeb
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • Live
  • LinkedIn
  • Pownce
  • MySpace

written by Hueseyin \\ tags: , ,


Leave a Reply